"Der letzte Titan einer gesamtgestalterischen Existenz" wird er respektvoll von seinen Kollegen aus der Berliner Kunstszene genannt.

Lutz Brand ist 1938 in Berlin geboren. Nach einem Studium an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin in den Fächern der industriellen Formgestaltung bei Rudi Högner und Architektur bei Selman Selmanagic, arbeitete er ab 1970 als Lehrbeauftragter für Perspektive und studierte weiter Malerei als Meisterschüler bei Walter Womacka.

Danach arbeitete er bis 1984 freiberuflich, unter anderem im Ostberliner Beirat für Stadtgestaltung beim Chefarchitekten. Hier war er  auch Leiter einer Arbeitsgruppe für U- und S-Bahnhöfe der DDR-Hauptstadt. Er trat in dieser Zeit öffentlich vor allem durch architekturgebundene Wandmalereien in der Ostberliner Innenstadt, als Kulturplakatgestalter und als Illustrator für Das Magazin, Neue Berliner Illustrierte, Neues Leben hervor. Eine Poster-Serie mit persiflierenden Fantasie-Mutanten des Kleinwagens Trabant entstand für den Staatlichen Kunsthandel der DDR.

Nachdem Brandt 1982/83 als DDR-Künstler den Auftrag erhielt, in der West-Berliner City die Ausstattung des U-Bahnhofs Wittenbergplatz mit Motiven nach historischen Reklame-Vorlagen vorzunehmen und er mit Giebelwandgestaltungen an weiteren öffentlichen Bauten in West-Berlin beauftragt wurde, entschloss er sich 1984 die DDR, mit der ihn zunehmend frustrierenden kulturpolitischen Schulmeisterei durch die SED, zu verlassen und blieb in West-Berlin. Nach dem Fall der Mauer realisierte er Arbeiten im öffentlichen Raum und widmete sich verstärkt großformatiger realistischer Malerei, Bühnen- und Filmausstattungen sowie Wandbildern.

Die Zusammenarbeit mit Oscar-Preisträger Ken Adam für eine amerikanische Filmproduktion bildet einen Höhepunkt Anfang der 1990er Jahre. Es folgten eine Zusammenarbeit mit Manfred Gruber am deutschen Pavillon der Expo`92 in Sevilla, Installationen und Wandbilder für die Firma Dussmann, sowie Wettbewerbsteilnahme für die Expo 1998 in Lissabon und Hannover 2000. Brandt arbeitet an Film- und Theaterproduktionen mit, gestaltet innenarchitektonische Arbeiten, Möbeldesign und Fassadengestaltungen.

In seinen Bildern vereint er verschiedene Kunstgattungen, wechselt systematisch Sujets und Stils und lässt den Betrachter an seinen Träumen und Visionen teilnehmen.

Lutz Brandt
1938
in Berlin geboren
1964
Studium an der Kunsthochschule bei Prof. Selman Selmanagic
1970
Diplom als Architekt und eine Aspirantur über urbane Kommunikation
1977
Meisterschüler für Malerei bei Prof. Walter Womacka
1984
Übersiedlung nach Westberlin. Seitdem freischaffend tätig:
Wandmalerei, Kunst am Bau, Grafik, Malerei, Bühnenbild und Filmausstattung
1988
Lehrauftrag an der Hochschule der Künste Berlin

Arbeiten im Öffentlichen Raum/ Kunst am Bau (Wandbilder, Skulpturen)

1979

Giebelwandbemalung Warschauer Straße Berlin
1982

Ausstattung mit historischer Werbung, U-Bahnhof Wittenbergplatz
1983

Keramische Malerei Lemgo-Schule, Berlin Kreuzberg Fassadenrelief Lemgo-Schule, Berlin Kreuzberg Giebelwandbemalung und Ausstattung der Schalterhalle U-Bahnhof Prinzenstraße 7 Bronzefiguren für Fassade Loschmidt Oberschule, Berlin Charlottenburg Giebelwandbemalung Köpenicker Straße, Berlin Kreuzberg Giebelwandbemalung Firma Flume, Berlin Lützowstraße
1995

Farbige Skulptur für Schule in Potsdam Kirchsteigfeld Innenwandbild Chip-Design, Ferdinand-Braun-Institut Berlin 1995/97 Installation „Bauzaun“ in Berlin Mitte für P. Dussmann „Architekturvision“, Kulturkaufhaus Dussmann Berlin.
1998

Wandbild Wohnanlage Karlstraße Keramikfassade Rathaus Eichwalde
2002

Fassadenkonzept Hellersdorf „Helle Mitte“
2004

Fassadenentwurf Berlin-Charlottenburg, Fasanenstraße 2005/09 Projekt „Teltower Rübchen“, Stadt-Skulptur 2008/09 Gesamtkonzept urbane Malerei Panke-Park Berlin, Meermann-Charmartin/ Vattenfall (Vattenfall Öltank mit Wandumfriedung), Scharnhorststraße

Bühnenbild, Filmausstattung und Innenarchitektonische Arbeiten (Auswahl)


1990

Zusammenarbeit mit „Oscar“ - Preisträger Ken Adam, Ausstattung der Filmproduktion „Dinosaurs“
1991

Entwurfs- und Mitarbeit am Deutschen Pavillon, Weltausstellung EXPO 92 Sevilla
1993

Konzeption und Mitarbeit am Symposium „Windland Kap Arkona“
1994

„International Artist Symposium, Expeditions“, The Baltic Sea in July 94
1996

Wettbewerbsteilnahme am Projekt Deutscher Pavillon Expo 98 Lissabon
2000

Innenarchitektonische Arbeit im Fernsehsender ntv
2002

Bühnenbildeinrichtung vom „Geist der Weihnacht“, Theater des Westens
2003

Bankhaus Merck-Finck Berlin, Innenarchitektonische Arbeit
2004

Flugbilder „Airport World Schönefeld“
2007

Möbeldesign „Sitzmaschine“
2010

Bühne, Hochhuth: Inselkomödie oder Lysistrate und die Nato“, Theater am Schiffbauerdamm

Ausstellungen (Auswahl)

1990

FBK (Freie Berliner Kunstausstellung)
1998

„Mach das Tor auf“, Galerie am Neuen Palais, Potsdam
1999

Projekt „Himmel-Fahrt“, Parochialkirche Berlin
2001

„Kleine Himmelfahrt“, Starsurfer Berlin
2001

„Himmel-Fahrt“, Technikmuseum Speyer
2008

„Malerei von Lutz Brandt“, Volksbank Trossingen
2008

„Flug-Schau“, Galerie Frenhofer
2009

„Durch die Wüste“, Buchhändlerkeller
2013

Fliegende Bauten, Verein Berliner  Künstler
2014
Visionen, Berliner Sparkesse, Berlin

Stationen der Arbeit
1973 Prag | 1975 Havanna | 1976 Amsterdam | 1977 Hanoi | 1989 Bangkok und Singapur | 1992 Sevilla | 1994 New York | 1995 Kopenhagen und Stockholm | 1996 San Francisco, Los Angeles