Das Projekt “EXPECTATION” 

gehört zum parallelen Programm der ersten
Biennale für Zeitgenössische Kunst ARSENALE-2012
in Kiew

 Das Projekt "Erwartung" ist eine der vielen auf einander folgenden  Varianten des Weltbildes, das sich die Malerin im Laufe ihrer Überlegungen über das Leben und das Schaffen konsequent erarbeitet. Der Mensch in seiner zeitlichen und räumlichen Mannigfaltigkeit, in seiner Ganzheit und Gegenseitigkeit , mit seinen unerschöpflichen Besonderheiten und Kuriositäten, wird hier zum Gegenstand des besonderen Interesses, zur unerschöpflichen Quelle der Inspiration,  welche sowohl Vernunft  als auch Sinne nährt.
Die Wandinstallation " Erwartung" ist ein Geflecht aus  Gestalten, Geschichten und Situationen, eine Vereinigung aller Zeiten, in ihrer Kontinuität und Simultanität.
Das Endliche und das Endlose...
Das Flüchtige und das Ewige...
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft...
Die Grenzen zwischen ihnen sind zwar da, sie sind aber kaum wahrnehmbar.
Die Menschenreihe bewegt sich im Raum des Lebens, den die Malerin als einen Raum der Erwartung definiert:  der Mensch wird geboren, wartet, stirbt.
In dieser Erwartung  sind Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Sinn und Sinnlosigkeit, Ziel und Ziellosigkeit der menschlichen Existenz erhalten. Das Beste und das Schlimmste zugleich.
Es ist kein Zufall, dass die Malerin sich der altbewahrten Genre der Wandmalerei  wendet, in der bereits  die Meister der Renaissance die ewigen biblischen Geschichten in der narrativen Sprache des Alltagslebens ihrer Gegenwart zu erzählten pflegten. Nicht nur beherrscht die Malerin  virtuos die meisten Besonderheiten des Mediums,   sondern sie passt diese meisterhaft dem heutigen Tag an. Sowohl technisch als auch thematisch tadellos.
Der Verzicht auf die Farben ist ebenso kein Zufall. Die Konzentration richtet sich auf das Wesentliche. Schwarz  auf weiß. Die kalligrafische Vollkommenheit der Zeichnung. Die Klarheit und  Feinheit die der Linien, die zusammen das  komplizierte  Flechtwerk des Lebens bilden. Es gibt weder  Farben, noch Zierrat. Dafür ist Zeit zu schade. Das, was wir sehen ist lediglich eine der vielen  Reflexionen der Weltanschauung  bzw. des Weltbildes der Künstlerin. Nur ein kurzer Moment.