Camilla Dahl
headbang
20. März – 8. Mai 2010
Vernissage + Performance am Freitag, dem 19. März 2010, ab 19 Uhr
Press Release
Mit headbang präsentiert die White Square Gallery Berlin von 20. März bis zum 8. Mai 2010 die neuen interaktiven Arbeiten der bekannten norwegischen Künstlerin Camilla Dahl (*1971, Oslo).
Die schwarzen auf Hochglanz polierten Wandreliefs in minimalistischer Optik und verschiedenen Größen füllen die Räume aus und lassen sie wie eine futuristische Kulisse erscheinen. Kalt, unnahbar, selbstgenügsam – sie überwältigen zunächst durch eine extrem autarke Erscheinung und stellen so eine direkte Herausforderung für jeden dar, der ihnen gegenübertritt.
Die mysteriösen rechteckigen Objekte - optisch eine Mischung zwischen Sportgeräten, Designerstücken und Automaten - ziehen sofort alle Aufmerksamkeit auf sich und verführen zu einer Art der Kommunikation, die jedoch nicht allein geistiger Natur bleibt, sondern einen direkten Körpereinsatz fordert.
Jedes Objekt hat eine besondere – auf den menschlichen Körper bezogene - Funktion, die nur der Betrachter selbst durch einen unmittelbaren Kontakt mit dem Kunstwerk herausfinden kann. Der Künstlerin geht es hier darum, eine natürliche Distanz zwischen dem Kunstobjekt und seinem Rezipienten zu nivellieren. Dafür geht sie bewusst auf das Risiko des einen oder anderen Tabubruches wie auch vielleicht sogar einer Verletzung der Privatsphäre ein. Denn diese Objekte zu gebrauchen bedeutet nichts anderes als sich deren Macht hinzugeben und zur Handlung provoziert zu werden, auf die niemand vorbereitet ist.
Genau hier liegt der Schwerpunkt dieser Ausstellung: das Wechselspiel aufzuspüren, das sich zwischen einer freien und einer aufgezwungenen Entscheidung entfaltet. Ist es unser eigener Wunsch, die Objekte so zu gebrauchen oder unterwerfen wir uns deren Funktion? Wo beginnt hier das Machtspiel? Ist eine bloße Neugier hier der Auslöser? Das sind die Fragen, die hier thematisiert werden.
„Close your eyes, open your mouth“…
„Get down on your knees, put your hands on your head“…
„Raise your arm and make a fist“…
„Open your mouth, insert the tongue, vomit“
Das sind die Titel einiger Werke, in welchen ihre Essenz offenbart wird. Alles Befehle, deren genaue Ausführung uns etwas Besonderes verheißt: „Mach was ich sage und Du wirst belohnt!“
Aber genau dieses Versprechen erteilt dem Betrachter einen Freibrief, den momentanen Zustand zu wechseln. Und letztendlich ist es nicht von entscheidender Bedeutung, ob er dann zur physischen Tat greift oder alle Phasen im Geiste durchläuft: so oder so gibt er sich dieser einzigartigen, bizarren Macht hin, die ihn für eine Weile in eine andere Dimension befördert.

