Volker Tiemann
"Schaf bei Licht ... und andere Arbeiten"

Ausstellung:
27. Juli - 14. September 2013
Vernissage:
26. Juli 2013, 19 - 21 Uhr



Mit der Einzelausstellung „Schaf bei Licht… und andere Arbeiten“ kündigt die White Square Gallery ihre Zusammenarbeit mit dem 1963 in Kiel geborenen Künstler Volker Tiemann an.

Nach seinem Steinmetzpraktikum begann Volker Tiemann 1986 das Studium der Freien Kunst bei Jan Koblasa an der Muthesius Hochschule Kiel, die er 1992 absolvierte. Nach seinem Studium reiste er durch die Welt, was ihm durch zahlreiche Stipendien und Förderungen ermöglicht wurde, mit denen er für seine Arbeit ausgezeichnet wurde.

Zur gleichen Zeit begann er intensiv als Holzbildhauer zu arbeiten und führte eine rege Ausstellungstätigkeit in In- und Ausland. Sein Werk blieb nicht lange vom Fachpublikum und von Kunstinteressierten unbemerkt und heute sind die Arbeiten von Volker Tiemann in einigen Museen und Sammlungen wie auch an vielen öffentlichen Plätzen Europas zu sehen.

Die Plastiken, die er in der Ausstellung „Schaf bei Licht ... und andere Arbeiten“ in der White Square Gallery zeigt, sind auf den ersten Blick Gegenstände, die einer trivialen Umgebung entstammen. Offensichtlich schöpfte hier der Künstler seine Inspiration aus dem Alltäglichen. Schuhe, Vasen, Kaffeekannen, Luftballons, Küchentücher, Waschlappen aber auch Naturphänomene wie Wolken, ja sogar Menschen und Tiere, fein aus Holz geschnitzt und auf Sockel oder Wandkonsole gestellt, treten uns entgegen. Jedes Stück erzählt seine eigene Geschichte. Diese hat jedoch nur bedingt mit dem zu tun, was der ursprüngliche Sinn des dargestellten Gegenstandes ergeben könnte. Volker Tiemann weiß genau, wie er seine Objekte anfertigt bzw. arrangiert, um ihnen einen neuen Inhalt aus dem neuen Zusammenhang zuzuweisen.

Die ellenlange aus Sperrholz angefertigte Schleife oder ein kleiner rosa Luftballon erhalten durch eine geschickte geschwungene Formgebung oder feine Durchlöcherung ihre beispiellose Leichtigkeit und leugnen somit ihre materielle Herkunft und Schwerkraft. Eine blaue gekräuselte Linie erscheint auf dem Siegertreppchen, was an Turniere und Wettbewerbe, ja an Gewinnen und Verlieren denken lässt. Ein perfekt geschnitztes Schaf wird neben einer Tischlampe gestellt, die ihr Licht genau auf die Stelle wirft, wo das Tier weidet. Den beiden Gegenständen ist dabei eine ähnliche, gebeugte, suchende Haltung gegeben, die der Betrachter dann auch automatisch (zumindest im Geiste) annimmt. Die filigranen hellbraun changierenden Wolken sind Holzreliefe, deren Oberflächen aus dem Geflecht der eingravierten Linien bestehen, welche an Zeichnung bzw. Malerei und somit an eine andere Kunstgattung hindeuten.

Diese Entfremdung des ursprünglichen Sinnes der Gegenstände wirkt zwar irritierend, mutet jedoch ästhetisch an und erlaubt dem Betrachter, durch kleine Indizien, die Künstler augenzwinkernd überall zerstreut, kraft seines eigenen assoziatives und kreatives Denkens seine eigenen Fragen zu stellen und die Antworten auf diese zu suchen.