April 13th - June 15th, 2019

PIA ANDERSEN
SONNENDUFT / SCENT OF THE SUN

Opening reception:
on Friday, April 12th, 2019, 7-9pm

 

SONNENDUFT ist bereits die fünfte Einzelausstellung der dänischen Künstlerin Pia Andersen im Laufe ihrer achtjährigen Zusammenarbeit mit der White Square Gallery in Berlin. Zu sehen sind hier die neuen und neusten Arbeiten der Künstlerin, eine Anzahl von mittel- und großformatigen Ölgemälden, die in den letzten Jahren in Spanien und Dänemark entstanden sind. Und es ist kein Wunder, dass es dabei erneut um die Vielfalt der Natur handelt, genau genommen, um Landschaften. Denn die Landschaft (als Manifestation der Natur) ist das Prisma, durch das Pia Andersen das Leben wahrnimmt. Die Landschaft prägt ihre Sinne und regt ihre Gefühle an. Die Landschaft formt ihre Erinnerungen.

Schon als Kind wanderte die Künstlerin durch die Umgebung und lernte, die kontinuierlichen Veränderungen der Natur zu beobachten, um diese dann auf dem Papier wiederzugeben. Schon damals begann sie ihre Empfindungen durch Naturumwandlungen zu begreifen und über diese Wechselwirkungen nachzugrübeln. Somit wurde die Landschaft zum Zentrum ihres geistigen Universums und ihrer künstlerischen Ambitionen. Und bis heute hat sich daran nichts geändert.

Ihr Kunststudium widmete sie, unter Anderem der Suche nach den Techniken, mit denen sie ihre künstlerischen Visionen verwirklichen konnte. Nach dem Studium der Malerei in Kolding studierte sie Textildesign in Krakau, um die Dreidimensionalität in ihren Werken erreichen zu können. Auch nach ihrem Studium konnte sie sich weiter entwickeln, indem sie die Welt bereiste und sich neue Tendenzen in der Kunst und im Kunsthandwerk aneignete. Und seitdem arbeitet sie kontinuierlich an ihrer Vervollkommnung.  

Sie entwickelte ihre eigene, unnachahmliche Manier der Landschaftsdarstellung, der eine harmonische Mischung aus Abstraktion und Realität, aus Malerei und Skulptur zugrunde liegt. Die Wechselwirkungen zwischen dem schlichten, fast geometrischen Bildaufbau einerseits und der schillernden Farbenvielfalt, die alle Leinwände bis zum letzten Millimeter ausfüllt, andererseits, erzeugen eine starke Ambivalenz der Wahrnehmung.

Der pastose Farbauftrag lässt die Gemälde wie buntgewebte Teppiche aussehen, deren Stofflichkeit und schimmernder Glanz wie eine lichtdurchtränkte Baumkrone oder eine sonnenbeschienene Blumenwiese anmutet. Dennoch werden wir keine konkreten Landschafts- bzw. Naturmotive finden: Der Künstlerin gelingt es, das allgemeine, universelle Landschaftsbildnis zu erschaffen, indem sie ihre persönlichen Erinnerungen durch die Reduktion der Formen und den kreativen Einsatz der Farben zu Abstraktionen zurückführt. Damit vermeidet sie virtuos, dass ihre Bilder zu bloßen Illustrationen eines momentanen Naturzustandes werden. Es ist nichts Konkretes, nichts Fassbares da. Vielmehr sind das Anspielungen, die die Sinne anregen und Erinnerungen wecken und den Betrachter veranlassen, eigene Kreativität einzusetzen.

1986 absolvierte Pia Andersen ihr Studium an der School of Arts and Krafts in Kolding und an der Academy of Fine Arts in Krakau. Seit den frühen 90er Jahren wurden Ihre Arbeiten - Zeichnungen, Papierarbeiten und Malereien - stets mit großem Interesse und fachlicher Anerkennung aufgenommen und fanden schnell ihren Weg in die Öffentlichkeit, in Galerien, Museen und Sammlungen. Für ihre Arbeit erhielt die Künstlerin diverse internationale Stipendien, Preise und Auszeichnungen. Sie lebt und arbeitet in Cuacos (Spanien), Kopenhagen und Berlin.